FISETIN

  • Fisetin ist vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten.

  • Fisetin wirkt entzündungshemmend und als Antioxidans.

  • Fisetin hat Anti-Aging-Eigenschaften.

  • Fisetin hat neuroprotektive Eigenschaften, d.h.
    es kann z.B. Gedächtnisleistung und kognitive Leistungsfähigkeit verbessern.

  • Fisetin soll das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

  • Liposomales Fisetin hat eine bessere Bioverfügbarkeit

Was ist Fisetin?

Fisetin hat in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit von Medizinern und Patienten erhalten: Denn der Pflanzenstoff soll viele positive Effekte aufs Gehirn und als Anti-Aging-Substanz haben. Studien mit Fisetin brachten aber auch vielversprechende Ergebnisse bei bestimmten Erkrankungen (Krebs, Diabetes etc.). Fisetin ist ein Naturstoff, der in vielen Pflanzen vorkommt und nach dem Fisetholz oder Perückenstrauch (Cotinus coggygria) benannt ist. Fisetin ist ebenfalls in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten, z. B. in Erdbeeren, Äpfeln, Kakis, Zwiebeln und Gurken. Der österreichische Chemiker Josef Herzig hat 1891 Fisetin zum ersten Mal als gelben pflanzlichen Farbstoff identifiziert. Fisetin gehört zu den Flavonoiden.

Welche Wirkungen hat Fisetin?

Wie wissenschaftliche Studien in Zellkulturen und in Tiermodellen zeigen, kann Fisetin folgende medizinisch interessante Wirkungen entfalten:

  • Entzündungshemmend

  • Antioxidativ (Radikalfänger)

  • Antikanzerogen und antiangiogen (gegen Tumore und Krebszellen)

  • Neuroprotektiv (schützt Nervenzellen)

  • Kardioprotektiv (herzschützend)

  • Antidiabetisch (bei Diabetes, s.u.)

Deswegen wird Fisetin eine Reihe von positiven Wirkungen auf die Gesundheit des Menschen zugesprochen: 

  • Fisetin wirkt als Antioxidans und kann freie Radikale unschädlich machen. Freie Radikale sind Substanzen, die als Abfallprodukte oder durch Giftprozesse in den Zellen entstehen und diese schädigen können. Sie sollen z.B. bei Alterungsprozessen und bestimmten Erkrankungen beteiligt sein.

  • Fisetin kann die Gedächtnisleistung und die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern.

  • Fisetin hat eine starke „senolytische Aktivität“, d.h. es kann alternde (seneszente) Zellen selektiv aus gesundem Gewebe entfernen. Das könnte die „Anti-Aging-Wirkung“ von Fisetin erklären. (*weiterführender Link)

  • Fisetin kann eine anti-kanzerogene und anti-entzündliche Wirkung haben. Fisetin scheint dabei die Signalübertragung der Krebszellen zu hemmen, und so das unkontrollierte Tumorwachstum zu behindern. (*weiterführender Link)

  • Fisetin soll das Risiko für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

  • Fisetin soll bei Diabetes Insulin-steigernd wirken.

Fisetin als Nahrungsergänzung

Fisetin und andere sekundäre Pflanzenstoffe sind als Nahrungsergänzung sehr interessant, da man viele von ihnen über längere Zeit ohne nachteilige Auswirkungen zu sich nehmen kann. Viele Studien an Fisetin haben eine ganze Palette von gesundheitsfördernden Wirkungen gezeigt. Medizinisch interessant sind vor allem folgende Eigenschaften von Fisetin:

Fisetin: Anti-Aging-Effekte

Fisetin hat in mehreren Laborstudien gezeigt, dass es das Leben von Würmern und Fliegen verlängern kann (1, 8). Auch bei Säugern hat sich Fisetin als wirksames senolytisches Mittel erwiesen, das bedeutet, Fisetin kann seneszente (alternde) Zellen, die sich mit den Jahren anhäufen, selektiv entfernen. Dadurch entfernt Fisetin bestimmte Alterszeichen in Geweben, reduziert altersbedingte Erkrankungen und erhöht insgesamt die Lebenserwartung in den Studien. (1)

Fisetin hat die höchste senolytische Potenz von allen untersuchten pflanzlichen Flavonoiden (1). In den USA lief 2018/19 eine klinische Studie, in der Fisetin auch beim Menschen einige vielversprechende positive Anti-Aging-Effekte zeigte. (11)

Fisetin: Wirkung auf Gehirn und Nerven

Wie man auch in Zell- und Tierversuchen zeigen konnte, beeinflusst Fisetin mehrere Mechanismen positiv, die im Alter die Funktion der Nerven aufrechterhalten helfen. Es wirkt als Antioxidans und erhält z.B. die Funktion der Mitochondrien. Die Mitochondrien sind die Kraftwerke der Nerven- und anderer Zellen. Die Mitochondrien verlieren im Alter und bei bestimmten Erkrankungen (Mitochondrienerkrankungen, mitochondriale Erkrankungen oder Mitochondriopathien) ihre Funktionsfähigkeit. Durch seine antioxidative und entzündungshemmende Aktivität kann Fisetin dabei helfen, den geistigen Abbau im Alter zu bremsen.

Es wurde auch beobachtet, dass Fisetin die Schädigung der Neuronen nach einem Schlaganfall reduzieren kann und dass es das Langzeitgedächtnis fördert (7). Für Neurowissenschaftler ist Fisetin sehr interessant, weitere Studien sind aber erforderlich, um die neuroprotektiven Eigenschaften von Fisetin und die genauen molekularen Mechanismen zu verstehen. (2)

Fisetin: Entzündungshemmende Wirkung

Fisetin hat deutliche entzündungshemmende Wirkung und man kennt auch den molekularen Mechanismus, mit dem Fisetin seine entzündungshemmende Wirkung entfaltet. In Zellstudien hemmt Fisetin die Aktivität mehrerer entzündungsfördernder Zytokine (TNF-alpha, Interleukin 6 und NF-κB). (*weiterführender Link)

Die entzündungshemmende Wirkung ist wichtig, weil chronische Entzündungen eine anhaltende Fehlantwort des Immunsystems darstellt, die zu einer Vielzahl von Erkrankungen führen kann, wie z. B. neurologische, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit, Lungenerkrankungen, immunologische Erkrankungen, Krebs und anderes. Eine entzündungshemmende Substanz verringert also das Risiko von entzündungsbedingten chronischen Krankheiten. Fisetin hat eine ganze Reihe von vorteilhaften pharmakologischen Wirkungen auf chronische Entzündungszustände. (6)

Fisetin: Antioxidative Wirkung

Fisetin hat antioxidative Wirkung, und zwar gleich doppelt: 1) wirkt es direkt als Radikalfänger, indem es die giftigen Sauerstoffradikale abfängt und neutralisiert. 2) wurde gezeigt, dass Fisetin zusätzlich auch ein endogenes Antioxidans, das Glutathion, hochreguliert, so dass beide Radikalfänger zusammenwirken. (9, 10) Fisetin nistet sich offenbar in die Zellmembranen ein und verhindert so oxidative Schäden an Lipiden in der Zelle.

Fisetin: Anti-Krebs-Wirkung

Fisetin hat in Laborexperimenten an Zellen und Modelltieren Anti-Krebs-Aktivität gezeigt. Fisetin blockiert wahrscheinlich einen bestimmten Mechanismus, um den „programmierten Zelltod“ (Apoptose) der Krebszellen zu aktivieren. (4, 5) Auch hier sind weitere eingehende in vitro- und in vivo-Studien erforderlich, um die beobachteten Effekte zu erklären.

Welche Lebensmittel enthalten Fisetin?

Folgende Lebensmittel enthalten Fisetin (der Anteil kann sich jedoch von Frucht zu Frucht unterscheiden):

Pflanze Fisetin in mg /100g

Erdbeere 16mg
Apfel
2,6mg
Zwiebel 0,48mg
Trauben 0,39mg
Kiwi 0,2mg
Pfirsich 0,06mg
Gurke 0,01mg
Tomate 0,01mg

 

Die Mengen in Obst und Gemüse sind also sehr gering. Sie müssten z.B. jeden Tag etwa 1,25 kg Erdbeeren essen, um die Dosis zu erhalten, die in einer Tagesdosis liposomalem Fisetin (200 mg) enthalten ist.

Bioverfügbarkeit von Fisetin

Fisetin wird im Naturzustand (wie die meisten Flavonoide) schlecht vom Körper aufgenommen (resorbiert) und in der Leber schnell abgebaut. Das reine Fisetin hat, wie man sagt, eine relativ schlechte Bioverfügbarkeit, und könnte in hohen Dosen die Leber belasten. Unser Fisetin ist jedoch in winzigen Fett-Tröpfchen eingepackt. Durch diese liposomale Form von Fisetin wird nicht nur die Bioverfügbarkeit und die biologische Wirksamkeit erhöht, sondern gleichzeitig die Verträglichkeit verbessert. (evtl. Link zu Text B)

Hat Fisetin Nebenwirkungen?

Fisetin ist ein pflanzlicher Stoff, der in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten vorkommt. Dennoch ist das Sicherheitsprofil von Fisetin relativ unbekannt, da es zu wenig aussagekräftige Studien beim Menschen dazu gibt. In Tierstudien fanden sich selbst bei hohen Dosen von Fisetin keine Hinweise auf Nebenwirkungen oder Toxizität. Im Zweifelsfall – je nach Ihrem Gesundheitszustand und Ihren Medikamenten – sollten Sie Ihren Arzt konsultieren, bevor Sie Fisetin einnehmen. Das trifft natürlich für jedes Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel zu.

Wechselwirkungen von Fisetin folgenden Arzneimitteln sind möglich: Fisetin könnte theoretisch die Wirkung von des Blutverdünners Warfarin verstärken, weil die Leber zur Verarbeitung beider Stoffe den gleichen Weg nutzt.

Fisetin senkt den Blutzucker bei diabetischen Tieren deutlich. Die Kombination mit blutzuckersenkenden Medikamenten könnte den Zuckerspiegel zu weit senken.

Aufgrund der fehlenden Sicherheitsdaten sollten schwangere Frauen und Kinder vorsichtshalber auf Fisetin-Supplemente verzichten.

Welche Dosis von Fisetin ist sinnvoll?

Die meisten Produkte mit Fisetin enthalten zwischen 50 und 100 mg pro Tagesportion. Eine Dosis von 200 mg Fisetin pro Tag wird als vorteilhaft für den Menschen vorgeschlagen. Es werden zwei Einnahmemethoden beschrieben: Die meisten Verbraucher nehmen täglich eine niedrige Dosis (z.B. 200 mg/Tag) ein, andere bevorzugen Intervallkuren mit höheren Dosierungen. So nimmt ein Erwachsener beim so genannten Mayo-Protokoll etwa 1,5 g Fisetin pro Tag (20mg/ kg Körpergewicht) an 2 aufeinanderfolgenden Tagen in 2 aufeinanderfolgenden Monaten.

Referenzen:

(1) Fisetin is a senotherapeutic that extends health and lifespan. EBioMedicine. 2018;36:18–28.
(2) Flavonoid fisetin promotes ERK-dependent long-term potentiation and enhances memory. Proc Natl Acad Sci. 2006;103:16568–16573.
(3) Oral administration of fisetin promotes the induction of hippocampal long-term potentiation in vivo. J Pharmacol Sci. 2018;136:42-45.
(4) Fisetin mediated apoptotic cell death in parental and Oxaliplatin/irinotecan resistant colorectal cancer cells in vitro and in vivo. J Cell Physiol. 2018;233:7134-7142.
(5) Fisetin and polymeric micelles encapsulating fisetin exhibit potent cytotoxic effects towards ovarian cancer cells. BMC Complement Altern Med. 2018;18:91.
(6) Fisetin and Its Role in Chronic Diseases. In: Anti-inflammatory Nutraceuticals and Chronic Diseases. Springer, Heidelberg, 2016. S. 213-244.
(7) Flavonoid fisetin promotes ERK-dependent long-term potentiation and enhances memory. Proc Natl Acad Sci. 2006;103: 16568–16573.
(8) Biochemical effects of SIRT1 activators. Biochimica et Biophysica Acta (BBA). 2010;1804:1626–34.
(9) Downregulation of tumor necrosis factor and other proinflammatory biomarkers by polyphenols. Arch Biochem Biophys. 2014;559:91-99
(10) Fisetin: a dietary antioxidant for health promotion. Antioxidants & Redox Signaling. 2012;19:151–62.
(11) AFFIRM-LITE: Eine randomisierte, placebokontrollierte Phase-2-Studie zur Linderung von Gebrechlichkeit, Entzündung und verwandten Maßnahmen durch Fisetin bei älteren Erwachsenen. https://ichgcp.net/de/clinical-trials-registry/NCT03675724 (abgerufen am 26.04.2021)

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